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70 Jahre Volkshilfe Tirol: Mit brennenden Herzen gegen die Not

Österreich, 1947: Die Bundeshauptstadt war zerbombt, es gab nahezu kein Heizmaterial, fehlendes Düngemittel und kaum Treibstoff führten zu Missernten und Lebensmittelknappheit, die Säuglingssterblichkeit war 30 Mal höher als heute, die Not unbeschreiblich. 1947 war aber auch ein Jahr, in dem sich Menschen zusammengetan haben, die davon beseelt waren, anderen zu helfen – allen voran Luise Renner. Sie und andere namhafte Persönlichkeiten wie etwa Theodor Körner, Hilda Schärf, Bruno Kreisky, Marte Harell, Maria Matzner, Josef Holaubek, u.a. gründeten die Volkshilfe am 21. März 1947.

Die tragenden Ziele und Grundsätze von damals sind auch heute noch die Fundamente unserer Organisation: Gemeinnützig und unpolitisch karitative Fürsorge im Sinne von Gemeinschaftshilfe und Mildtätigkeit ohne Rücksicht auf politische, rassistische und konfessionelle Zugehörigkeit zu üben.

Die ersten Initiativen unserer Organisation kamen vor allem jenen Menschen zugute, die unter Hungersnot, Arbeitslosigkeit und mangelhafter Gesundheitsversorgung leiden mussten. Die Volkshilfe Tirol hat beispielsweise in den ersten Jahren nach der Gründung unter anderem eine Ferienaktionen für Kinder mit schweren Gesundheitsschäden ins Leben gerufen, in Innsbruck wurden Säuglingspakete mit Babywäsche verteilt und die organisierten Nähkurse zur Wiederverwertung alter Kleidung waren beliebt, da sich die Menschen keine neue Ausstattung leisten konnten.

In den vergangenen 70 Jahren hat sich vieles verändert und die Problemfelder und Herausforderungen sind in einigen Bereichen weniger drastisch, insgesamt aber vielfältiger und dynamischer geworden. Dieser Entwicklung hat auch die Volkshilfe Tirol Genüge getan und ihr Engagement stets auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet, die Hilfe und Unterstützung am dringendsten braucht. Einige unserer Projekte sind aus einer langen Volkshilfe-Tradition hervorgegangen und im Laufe der Zeit gewachsen, andere Dienstleistungen sind erst später aus der Notwendigkeit neuer sozialer Veränderungen hervorgegangen.

 

VOLKSHILFE TIROL: HILFE ZUR SELBSTHILFE SEIT 70 JAHREN

  • Gründungsjahre: Ferienaktionen für Kinder, Säuglingspakete mit notwendiger Erstausstattung, Einsetzung von Fürsorgereferenten, Näh- und Strickkurse, Lebensmittelpakete, Besuchsdienste in Krankenhäusern, Veranstaltungen
  • 1950er: Beginn des Volkshilfe Heimhilfendienstes als erste Heimhilfenorganisation in Innsbruck
  • 1960er Jahre: Beginn der allgemeinen Beratungsdienste, Vorträge zu Bildungs- und Gesundheitsthemen, Einrichtung der SeniorInnenclubs Innsbruck
  • 1970er Jahre: Eröffnung der ersten Tiroler Kinderkrippe in Hall in Tirol
  • 1990er: Beginn des mobilen Mittagessenlieferdienstes, Betreuung des Flüchtlingsheimes Kleinvolderberg und Flüchtlingsbetreuung, Eröffnung des Gemeinnützigen Beschäftigungsbetriebes Werkbank & KrimsKrams, Eröffnung des Beschäftigungsprojektes für jugendliche Suchterkrankte JobShop in Volders und des Jugendqualifizierungsprojektes BETA, Eröffnung der SchülerInnenhorte in der Innsbrucker Altstadt und in Hötting
  • 2000er: Eröffnung der Kinderkrippe und des SchülerInnenhortes Oberndorf
  • 2010er: Übernahme des Projektes Besuchsbegleitung, Start der Mobilen Tiroler Kinderkrankenpflege, Beginn der Hauskrankenpflege und Demenzbetreuung in Innsbruck, Start der Schulischen Nachmittagsbetreuung sowie der Schulassistenz in St. Johann, Übernahme der Wäscherei Libelle (Innsbruck), Eröffnung der Wäscherei Frau Holle (Kufstein)